„Bücher haben mein Leben in einer Weise bereichert, die nicht zu erwarten war.“
Alan Bennett
Die souveräne Leserin
Wagenbach Salto
Verlag Klaus Wagenbach Berlin
5. Auflage 2008
Seite 107

neulich beim Kurier

Franz Kafka ist gestorben im Juni 1924, vor nunmehr 87 Jahren. Eine wohlbekannte Tatsache.
Dennoch bangt der Leser, die Leserin bei der Lektüre von Michael Kumpfmüllers Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ bis zum unausweichlichen Ende, daß Franz Kafka doch noch genesen möge und ihm fortan ein unbeschwertes Leben mit Dora Diamant gewährt sein könnte.
Die Geschichte nimmt bekanntermaßen einen anderen Lauf und den beiden Liebenden ist nur eine kurze gemeinsame Zeit miteinander vergönnt.
Diese Zeit aber wird in Michael Kumpfmüllers Roman sehr eindringlich geschildert, in drei Teilen: dem „kommen“, „bleiben“ und „gehen“. Und jederzeit ist der Leser, die Leserin ganz nahe am Leben der beiden Protagonisten.
Am Ende des Romans bleibt der Leser zurück, tieftraurig, zu Tränen gerührt, denn Franz Kafka ist gestorben, am 03. Juni 1924 in Kierling.

Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
Roman
Kiepenheuer & Witsch
O nein, es war nicht leicht. Dieser ganze teuflische Schwindel ist mit unglaublichem Raffinement geplant und vorbereitet worden. Beinahe jede Schwachstelle war beseitigt. Ich sage beinahe…Dieser Ausdruck ist der Fluch jedes schlauen oder eher superschlauen Verbrechers. Denn als ich dasaß und auf den Bildschirm sah und mit diesem komischen kleinen Mausdings wahllos klickte, dämmerte mir plötzlich folgendes: Wenn ich die hegemoniale Flächenabdeckung der Website durch Synergien optimieren könnte, wobei natürlich immer darauf zu achten war, daß ich ihre Signale korrekt justiert hatte – Sie können mir glauben, ich bin da ganz schön ins Schwitzen gekommen, aber ich war wild entschlossen weiterzumachen, koste es, was es wolle -, dann könnte ich das Marginalisierungsmodul auf einen Grad holistischer Steuerung hochfahren, der es mir ermöglichen würde, die Kausalität der Website zu dechiffrieren und schließlich ihre wahre Quelle und ihren Urheber zu dekonstruieren.
Gilbert Adair
Und dann gab´s keinen mehr
Ein Fall für Evadne Mount * Eine Art Kriminalroman
Heyne Taschenbuch 2010
Die Welt ist Vielfalt.
Und ebenso vielfältig ist die Welt der Beziehungen. Lieblingskünstler Steven Appleby hat ein paar Variationen zu diesem Thema gezeichnet und klärt uns so über mögliche Beziehungsmuster auf:

So einfach kann es gehen. Wenn dann noch ausreichend Toleranz vorhanden ist, kann Vielfalt auch gelebt werden…

Abbildung: Postkarte “Some Different Kinds Of Relationships” © 2006 Steven Appleby
mit freundlicher Genehmigung des Künstlers!
„Teurer Freund“, erwiderte Lucien, ohne den Kopf zu heben, während er mit dem Finger eine Spalte des Telefonbuchs entlangfuhr, „die Erforschung der Exzesse offenbart einem das Wesentliche, das gewöhnlich verborgen ist.“

Fred Vargas
Die schöne Diva von Saint-Jaques
Aufbau Taschenbuch
Kriminalroman
Seite 220
